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Ratgeber Malignes Melanom

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Malignes Melanom
Diagnose des Malignen Melanoms

Regelmäßige Selbstuntersuchungen der Haut können helfen, veränderte Pigmentflecken zu entdecken. Haben sich die Flecken im Aussehen verändert (z. B. ist der Fleck dunkler geworden oder unregelmäßig erhaben oder gewachsen), sollte ein Arzt aufgesucht werden. Um die Diagnose malignes Melanom stellen zu können, sichtet der Arzt zunächst die betreffende Hautstelle. Mithilfe eines Auflichtmikroskops kann die Hautstelle stark vergrößert betrachtet werden. Sollte der Arzt den Verdacht äußern, dass es sich um ein malignes Melanom handelt, wird er in der Regel den Pigmentfleck entfernen und das Gewebe überprüfen lassen. Falls die Diagnose eines malignen Melanoms gestellt wird, werden weitere Untersuchungen durchgeführt, durch die festgestellt werden soll, ob bereits Metastasen vorliegen.

Diagnose des Malignen Melanoms

Jedes verdächtige Muttermal sollte möglichst schnell durch einen Hautarzt untersucht werden, damit das Melanom vor der Metastasierung operativ entfernt werden kann. Dabei helfen regelmäßige Selbstuntersuchungen, die Veränderungen von Pigmentmalen rechtzeitig zu entdecken.

Selbstuntersuchung

Die Früherkennung von Hautkrebs erfolgt vor allem durch die visuelle Untersuchung des Körpers, die u. a. mithilfe des Partners erfolgen kann. Jeden Monat sollten alle Hautbereiche, auch diejenigen, die keiner Sonnenexposition ausgesetzt sind, sorgfältig begutachtet werden. Der Partner kann helfen, indem er schwer erreichbare Stellen (beispielsweise den Rücken) inspiziert. Es gibt ein Hilfsmittel, die sog. A-B-C-D-E-Regel, die zur Unterscheidung eines malignen Melanoms von einem harmlosen Leberfleck beitragen kann: A steht für asymmetrische Form des Pigmentmals. Die malignen Melanome haben keine gleichmässige runde Form. B steht für die unregelmäßige Begrenzung und C für die unregelmäßige Färbung des Hautflecks (von Englisch color). Die Begrenzung des Melanoms ist nicht eindeutig und die Pigmentierung kann von braun, schwarz, bis blau, rot, weiß oder grau variieren. Bereits ab einem Durchmesser (D) des Pigmentmals von 2 mm können solche Veränderungen am Melanom erkannt werden. E steht für schnelle Entwicklung (Erhabenheit) des Tumors über dem Hautniveau. Krusten, Erosionen, Juckreiz oder auch plötzliches Bluten des Pigmentmals sind außerdem ernst zu nehmende Symptome.

Diagnose beim Arzt

Der Hautarzt untersucht den verdächtigen Hautfleck mit einem sog. Dermatoskop (Auflichtmikroskop). Dabei handelt es sich um eine Lupe mit starker Vergrößerungsmöglichkeit und eingebauter Lampe, die an die Hautoberfläche gehalten wird. Bei dieser Untersuchung kann sich der Verdacht auf ein malignes Melanom bestätigen. Jede klinische Verdachtsdiagnose muss allerdings anschließend histologisch, d. h. durch eine Gewebeuntersuchung, abgesichert werden. Dazu wird das verdächtige Pigmentmal vollständig unter der Einhaltung eines Sicherheitsabstandes entsprechend der Größe des Pigmentmals entfernt und unter dem Mikroskop begutachtet. Eine Biopsie wird bei einem Verdacht auf ein malignes Melanom grundsätzlich nicht durchgeführt, um einer möglichen Metastasierung in die Blut- und Lymphwege vorzubeugen. Durch weitere Untersuchungen wie die sonographische Untersuchung der Lymphknoten und Organe sowie Röntgen-Thorax-Aufnahmen wird geklärt, ob eine Metastasierung bereits erfolgt ist. Ab einer Tumordicke von über 1,5 mm besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Melanom gestreut hat. In diesem Fall werden weitere Diagnoseverfahren wie Computertomographie, Szintigraphie, Positronenemissionstomographie, nukleare Magnetresonanzdiagnostik etc. durchgeführt.

Früherkennung

Bei einem malignen Melanom ist die Früherkennung das wichtigste Kriterium für den Krankheitsverlauf und die weitere Prognose. Ab dem 35. Lebensjahr können alle gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland jedes zweite Jahr ihre Haut auf Hautkrebs untersuchen lassen. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie, bei der 126 Fälle von schwarzem Hautkrebs untersucht wurden, belegen die Wichtigkeit solcher Vorsorgeuntersuchungen. Mehr als die Hälfte der Melanome (rund 60 % der Fälle), bei denen sich der Tumor noch nicht vertikal in die Hautschichten ausgebreitet hatte, wurden von Hautärzten entdeckt, obwohl der Arzt aus anderen Gründen aufgesucht wurde. Die Ergebnisse unterstreichen nach Ansicht der Studienautoren die Bedeutung des Hautkrebsscreenings, bei dem die Haut am gesamten Körper nach verdächtigen Malen abgesucht wird.

Ingrid Rediner

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11. April 2017
Ab dem 35. Lebensjahr hat man die Möglichkeit, alle zwei Jahre eine Haut-Screening-Untersuchung vornehmen zu lassen.
  

Beim malignen Melanom, das auch schwarzer Hautkrebs genannt wird, handelt es sich häufig um eine aggressive Form von Krebs, bei der die Pigmentzellen hauptsächlich der Haut betroffen sind. Weiterhin können auch Schleimhäute oder z. B. die Augen vom malignen Melanom befallen sein.

Laut Robert Koch-Institut erkranken etwa 16.000 Männer und Frauen in Deutschland jährlich neu an einem malignen Melanom, wobei Menschen zwischen 45 und 60 Jahren am häufigsten betroffen sind. Da der Krebs schnell Tochtergeschwülste in anderen Organen oder Lymphknoten bildet, ist es wichtig, dass das maligne Melanom frühzeitig erkannt wird.


Durch das Vermeiden von UV-Strahlung kann der Entstehung eines malignen Melanoms u. U. vorgebeugt werden. Um Sonnenbrände zu vermeiden, helfen z. B. eine Kopfbedeckung, schützende Kleidung und Sonnencreme. Langes Sonnenbaden, gerade zur Mittagszeit, sollte vermieden werden.

Auch Besuche von Solarien sollte nach Möglichkeit nicht unternommen werden. Um Kinder und Jugendliche zu schützen, ist der Besuch erst ab 18 Jahren erlaubt. Besonders Personen mit einer genetischen Veranlagung sollten regelmäßig ihre Haut untersuchen lassen, sich einem sog. Hautkrebsscreening unterziehen.

Die genauen Ursachen für die Entstehung eines malignen Melanoms sind bislang nicht geklärt. Am häufigsten sind veränderte Pigmentmale (Leberflecken oder Muttermale genannt) ein Grund für die Entstehung.

Der Sonnenbestrahlung der Haut kommt eine große Bedeutung zu. Sonnenbrände in Kindheit und Erwachsenenalter werden besonders für die Entstehung von Hautkrebs verantwortlich gemacht. Auch häufige Solarienbesuche können eine Auswirkung haben. Es ist wichtig, den eigenen Hauttyp zu kennen, damit man weiß, wie empfindlich die eigene Haut auf UV-Strahlung reagiert. Ebenso kann eine genetische Veranlagung zur Ausbildung eines malignen Melanoms vorliegen.